Informationsleitfaden

Gerade das Internet bietet eine Vielzahl von Meinungen, Diskussionen und Forschungen. Um diese Forschungen und Diskussionen von meinungsbildendenden Maßnahmen sachlich trennen zu können, fehlen oft die Grundlagen und manchmal auch der Durchblick. Denn die Methoden der Verschleierung sind ausgeklügelt und oft mit starken finanziellen Mitteln unterfüttert. In diesem Leitfaden möchten wir auf die häufigsten Täuschungsversuche von Interessengruppen eingehen und Tipps zur schnellen Entschleierung geben.

 

Fehlen von Quellenangaben oder Namensnennung

Häufig werden in Berichten keine Quellenangaben, Namen bzw. Bezugspunkte genannt. In den meisten Fällen sind dies meinungsbildende Berichte ohne Grundlage, die der Desinformation oder Meinungsbildung dienen. Spätestens am Ende des Artikels oder Berichts sollte immer auf Quellen verwiesen werden. Die Seriosität dieser Quellen gibt schnell einen ersten Eindruck über den Wahrheitsgehalt der Information.

Gründen von Vereinen zur Einflussnahme

Zur unauffälligen Einflussnahme werden von Interessenvertretern mit gleicher Zielsetzung oft Vereine gegründet. In diesen Foren werden Forschungsbudgets gesammelt und gelenkt, sowie Einfluss auf Politik und andere wichtige Verbündete genommen. 

Beispiel: Forschungsgemeinschaft Funk e.V., Rathausgasse 11a, D-53111 Bonn 

Ziel: Finanzierung von Forschungen zur biologischen Wirkung elektromagnetischer Felder auf Mensch und Umwelt.

Vorstandsmitglieder unter anderem: T-Mobile Deutschland GmbH, Vodafone D2 GmbH, E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG, Bayrischer Rundfunk, Forum Mobilkommunikation,  Ericsson GmbH, Huawei, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Aufbau von Vereinen & Portalen zur Meinungsbildung durch PR Agenturen und Dritte

Um einen neutralen Eindruck zu erwecken, beauftragen die Interessengruppen häufig Dritte zum Aufbau von Informationsportalen. Nicht selten sind dies sogar PR-Agenturen. Das Ziel ist es die eigene Information und Meinung möglichst neutral wirken zu lassen. Ein Blick in das Impressum kann in vielen Fällen helfen, wie in diesem Beispiel ersichtlich:

Ignorieren und Verschweigen von Forschungsergebnissen / Weglassen von wichtigen Informationen

Eine viel genutzte Technik um nicht gewünschte Studien zu diskreditieren ist das Weglassen von Informationen. Durch nur einen kleinen Teil der ursprünglichen Aussage wird der Sinn verändert und kann zur Desinformation genutzt werden.

Beispiel: Prof. Leif Salford’s Studie zur Wirkung von Mobilfunk auf Organismen

Meldung der FGF e.V. am 06.02.2003: „Die Autoren gestanden allerdings ein, dass die Anzahl der Versuchstiere gering war…“

Der Rest des Satzes wird allerdings ausgelassen: „… die kombinierten Ergebnisse sind jedoch hochsignifikant und zeigen eine klare Dosis-Wirkung-Beziehung“

 

Die Ablenkung vom Hauptergebnis durch die scheinbar logische Unglaubwürdigungmachung von Studien und Personen

Eine andere Form der Verschleierung ist das unglaubwürdigmachen von Personen und Studien durch scheinbar logische Zusammenhänge. Die normale Reaktion auf diese Täuschung ist Verunsicherung und eine Diskreditierung der Sache.

Beispiel: Reflex Studie

Aussage Bundesdrucksache 16/1791: „Anstelle von Ringversuchen mit einheitlichen, standardisierten Versuchsprotokollen wurden lediglich eine Vielzahl von Einzelexperimenten durchgeführt, die sich nur in wenigen Bereichen überschneiden oder ergänzen.“

Der durchführende Prof. Adlkofer kommentiert: „Zur Klärung einer solchen Fragestellung sind unterschiedliche molekularbiologische und toxikologische Methoden erforderlich, wie sie im REFLEX-Projekt angewandt wurden. Ringversuche sind dagegen erst dann sinnvoll, wenn bereits bekannt ist, was damit untersucht werden soll. Dies wissen wir aber erst, seit das REFLEX-Projekt beendet ist. „

Die Aussage ist daher weder logisch noch sinnvoll, führt jedoch zu Verunsicherung und Verungimfplichung der Studie

Die Verknüpfung unliebsamer Forschungsergebnisse mit negativ diffusen Begriffen und Behauptungen

Oft werden auch Zusammenfassungen und Bewertungen mit bestimmten Wörten verknüpft, um die Ergebnisse als Zweifelhaft darstehen zu lassen.

Beispiele sind unter anderem: „nicht reproduziert“, „Einzelergebnis“, „unklare Angaben der Frequenz“, „methodische Mängel“, oder „Anzweiflung durch anonyme Experten“

 

Dieser kurze Leitfaden ist nur eine kleine Sammlung angewandter Methoden und kann mit Sicherheit erweitert werden. Dennoch sollte er eine Hilfestellung bei der Suche nach der Wahrheit bieten und bei der Informationssuche in unserer Datenbank behilflich sein.